BLTV-Wanderreise in das Saarland

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Veröffentlicht am 1. Juni 2026

Unsere diesjährige 3-Tages-Wandertour führte uns vom 17.-20. Mai ins nördliche Saarland, das kleinste deutsche Bundesland. Mit circa einer Million Einwohner dient es mit seiner Fläche sehr oft als Schablone für das „Maß aller Dinge“.

Nicht nur der Größenvergleich und die deutsch-französische Lebensart motivierten uns, schließlich Rucksack und Wanderschuhe einzupacken. Auch die lukrativen Ziele über idyllische Wald- und Feldwege mit Blick auf die Saar luden immer wieder zum Staunen und Durchatmen ein.

Nach dem Einchecken im Hotel Roemer gelangten wir über den Merziger Stadtpark zur Kreuzberg-Kapelle und genossen bei einem Glas Viez (röm. von Vicum – Apfel-‚Weinchen’) den herrlichen Blick über Merzigs Weinberg ins Saartal. Im ‚Garten der Sinne‘ konnten wir anschließend in verschiedenen Themen-Arealen unsere Augen, Ohren und unseren Geruchssinn an der üppigen Blütenpracht schärfen.

Nach einer Stärkung wagten wir den herausfordernden Abstieg zurück in Merzigs Altstadt. Einige entdeckten unterwegs Parallelen zu dem mittelalterlichen Brauch an der ‚Scala Santa‘, eine Treppe in Rom, auf der Gläubige mühselig auf Knien rutschten, um sich von ihren Sünden zu befreien.

An jedem der ereignisreichen Wandertage wurden wir abends in unserer Location mit einem 3-Gänge-Menü belohnt. In geselliger Runde waren Knie, Hüfte und Fuß schnell vergessen.

„Erscht mol gudd gess“, das Mantra der Saarländer, stand auch am Tag 2 am Anfang der „To-do-Liste“. Jürgen führte uns in seine alte Heimat Saarhölzbach (Grenzort zu Rheinland Pfalz), wo er bis zum Ende seiner Grundschulzeit aufgewachsen ist. Über den weichen roten Sandstein-Waldboden erreichten wir zunächst den Vogelfelsen, später den vernebelten, aber glasklaren Hundscheidter Weiher auf der Höhe.

Die reich an Sauerstoff feuchte Waldluft begleitete uns auf dem holperigen Rückweg entlang des Saarhölzbaches. Fernab vom Wuppertaler Feinstaub schwebten wir „leichtfüßig“ auch die letzte „kleine Steigung“ bis zum Parkplatz zurück.

Eine Stärkung bei Kaffee und Kuchen in Orscholz sorgte für neue Kräfte. Nun ging es nach einer Passkontrolle mit Gesichtsscanner („Sind Sie wirklich über 65?“) bei schönem Wetter durch uralten Baumbestand den serpentinenartigen Baumwipfelpfad in 42 Meter Höhe. Dem Himmel so nah, wurden wir mit einem einzigartigen Blick auf die Saarschleife belohnt.

In einer Luft wie Prosecco traute sich unter großem Zuspruch einer aus unser Runde, sogar ein Country-Lied anzustimmen.

Nach speisen- und spielreichen Einheiten an jedem Abend starteten wir am Tag 3 in die deutsch-französische Grenzregion. Hier sollte uns Dietmar im französischen Dörfchen Scheuerwald für die nächste Wanderung treffen. Über die Höhen des Saargaus erkundete er mit uns den 9 Kilometer langen Skulpturen-Rundweg „Steine an der Grenze“ (Menhirs de l’Europe). Über 30 Sandstein-Skulpturen internationaler Künstler – Symbole für Frieden und Freundschaft – an der grünen Grenze zwischen Frankreich und Deutschland säumten den Weg. Der Kunstpfad endete in der Launstroffer Dorfkirche, wo uns Dietmar mit drei Liedern acappella  überraschte.

Der Mittagspause im Sonnenhof schloss sich die Besichtigung der „Höckerlinie“, eine gut erhaltene Panzersperre aus den letzten Kriegsmonaten an. Ein Mahnmal aus Stahlbetonreihen, Erinnerungsort intensiver Kampfhandlungen zwischen der sich zurückziehenden deutschen Wehrmacht und der vorrückenden US-Army 1945.

Ein letztes abendliches Beisammensein mit einem Quiz über saarländische Kuriositäten und dem Versprechen, dass unser Verein auch im nächsten Jahr Wandertage planen wird.

Freuen wir uns also auf das kommende Wander-Event 2027!

Dank an alle Teilnehmenden, die mit Geduld und Humor alle Barrieren und Wetterkapriolen weggesteckt haben, frei nach dem Motto „Hauptsach’ gudd gelaaf!“ oder „Der Weg ist das Ziel!“.

(Autorin Stefie Thielen-Schroeder)